Homeoffice

Homeoffice und Recht: ein Überblick für die USA und Kanada

Während der COVID-19-Krise hat sich das Homeoffice rasant verbreitet, manchmal schneller als die Regeln. Hier ein Überblick über die wichtigsten Rechtsfragen rund um das Homeoffice in den USA und Kanada.

Person arbeitet im Homeoffice am Schreibtisch, als Illustration rechtlicher Homeoffice-Regeln

Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information auf Grundlage unserer Recherche zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung 2021. Er ist keine Rechtsberatung, und Gesetze ändern sich. Er beschreibt die Rechtslage in den USA und Kanada, nicht das deutsche, österreichische oder schweizerische Recht. Wenden Sie sich für Ihre Situation an eine qualifizierte Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Warum die Rechtslage beim Homeoffice wichtig ist

Während der COVID-19-Gesundheitskrise begannen viele Beschäftigte in den USA und Kanada, im Homeoffice zu arbeiten – aus Pflicht oder aus freien Stücken –, und der Trend hielt noch lange danach an.

Damals veröffentlichte Studien waren ermutigend. Eine Stanford-Studie von Nicholas Bloom ergab, dass die Produktivität nicht sank, sondern um 13 % stieg. Und in einer von Employee Benefits veröffentlichten Umfrage unter 2.000 Personen gaben 75 % der Befragten an, im Homeoffice insgesamt zufriedener zu sein.

Beispiellose Umstände führten zu beispiellosen Maßnahmen, und manche Regeln wurden zugunsten der Flexibilität großzügig ausgelegt. Da das Homeoffice zu einer dauerhaften Lösung wird, sollten Arbeitgeber, Beschäftigte und Auftragnehmer den rechtlichen Rahmen kennen.

Homeoffice: die Rechtssprache erklärt

Gibt es ein Recht auf Homeoffice?

In den USA und Kanada haben Beschäftigte in der Regel kein Recht auf Homeoffice: Die Entscheidung liegt beim Arbeitgeber. Es gibt jedoch Situationen, in denen Beschäftigte dieses Recht erlangen können:

  • Menschenrechtliche Gründe: Beantragt eine beschäftigte Person flexibles Arbeiten aus einem durch Menschenrechtsgesetze geschützten Grund (etwa ethnische Herkunft, Geschlecht oder Behinderung), muss der Arbeitgeber sich um eine Anpassung bemühen. Andernfalls riskiert er eine Klage wegen Menschenrechtsverletzung.
  • Wenn Homeoffice möglich ist: Arbeitgeber sollten jeden Antrag prüfen. Sie können ablehnen, wenn das Geschäft beeinträchtigt würde. Umgekehrt können Beschäftigte das Homeoffice ablehnen und weiter pendeln, sofern ihre Anwesenheit im Büro keine erheblichen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken verursacht.
  • FMLA (USA): Der Family and Medical Leave Act gibt Beschäftigten mit bestimmten Erkrankungen das Recht, Homeoffice zu beantragen. Die endgültige Entscheidung liegt weiterhin beim Arbeitgeber, je nach Auswirkung auf das Geschäft.
  • Kinderbetreuung und Pflege (Kanada): Beschäftigte haben Anspruch auf unbezahlte Freistellung mit Arbeitsplatzschutz, wenn keine Kinderbetreuung verfügbar und Homeoffice nicht möglich ist. Arbeitgeber müssen Anträge aus Betreuungsgründen prüfen, sind aber nicht verpflichtet, sie anzunehmen. Provinzgesetze wie der Employment Standards Act von Ontario regeln die Einzelheiten.

Arbeitsverträge

Kurz gesagt: Die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, wird weitgehend über Arbeitsverträge geregelt, darüber hinaus gibt es kaum Gesetze.

  • Vereinigte Staaten: Nach dem Fair Labor Standards Act können Arbeitgeber Homeoffice einführen, solange sie die Arbeitszeiten der Beschäftigten im Homeoffice korrekt erfassen. Homeoffice-Regelungen sollten im Arbeitsvertrag stehen oder nachträglich ergänzt werden, wenn der ursprüngliche Vertrag flexibles Arbeiten nicht abdeckt.
  • Kanada: Die Regeln unterscheiden sich je nach Provinz. Der Employment Standards Act von Ontario gilt für Beschäftigte innerhalb und außerhalb der Provinz, während es in Nova Scotia keine rechtliche Unterscheidung zwischen Heim- und Büroarbeitenden gibt.

Büroausstattung

Vereinigte Staaten

Nach unserer Recherche sind Arbeitgeber in den USA verpflichtet, IT- und Büroausstattung bereitzustellen, wenn Beschäftigte zu Hause nicht ausreichend ausgestattet sind. Dazu können Computer, Peripheriegeräte, Telefonie und in manchen Fällen ein Breitbandanschluss gehören. Arbeitgeber können die Ausstattung kaufen und bei den Beschäftigten zu Hause installieren oder im Arbeitsvertrag eine Ausstattungspauschale vorsehen. Beschäftigte können auch Bring-your-own-Device-Regelungen (BYOD) nutzen, sofern vorhanden.

Kanada

In Kanada wurde das Homeoffice während COVID als Maßnahme des Arbeitsschutzes behandelt und nicht als flexible Arbeitsregelung. Daher gelten die Regeln für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (OHS), einschließlich der Ergonomie der Ausstattung, und Arbeitgeber müssen geeignete Ausstattung bereitstellen.

Abschnitt 125(1) der OHS-Gesetzgebung erfasst „jede Arbeitstätigkeit, die eine beschäftigte Person an einem Arbeitsort ausübt, der nicht vom Arbeitgeber kontrolliert wird, soweit der Arbeitgeber die Tätigkeit kontrolliert“, und Buchstabe (l) verpflichtet Arbeitgeber, „jeder Person, der der Arbeitgeber Zugang zum Arbeitsort gewährt, die vorgeschriebenen Sicherheitsmaterialien, -ausrüstungen, -vorrichtungen und -kleidung bereitzustellen“.

In der Praxis gilt der Heimarbeitsplatz bei flexiblem Arbeiten als Arbeitsort, sodass der Arbeitgeber für Computer, Peripheriegeräte und Telefonie verantwortlich ist. Die meisten Provinzen verbieten es, Ausstattungskosten auf die Beschäftigten abzuwälzen. Die Kosten für den Raum des Heimarbeitsplatzes selbst tragen weiterhin die Beschäftigten. Wie immer können Arbeitsverträge formelle Regelungen enthalten, die leicht vom Gesetz abweichen.

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FAQ

Haben Beschäftigte in den USA ein gesetzliches Recht auf Homeoffice?

In der Regel nein: In den USA entscheidet der Arbeitgeber über das Homeoffice. Ausnahmen sind möglich, etwa durch Anpassungspflichten nach Menschenrechtsgesetzen oder Anträge nach dem Family and Medical Leave Act (FMLA). Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung, und betrifft nicht das deutsche Recht.

Ist Homeoffice in Kanada ein Recht?

In der Regel nein: Auch in Kanada entscheidet der Arbeitgeber, und die Regeln unterscheiden sich je nach Provinz. Anpassungspflichten nach Menschenrechtsgesetzen und Betreuungssituationen können Pflichten zur Prüfung von Anträgen begründen. Wenden Sie sich an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht in Ihrer Provinz.

Wer zahlt in Kanada die Ausstattung des Heimarbeitsplatzes?

In den meisten Fällen der Arbeitgeber: Gilt der Heimarbeitsplatz als Arbeitsort, verpflichten die Arbeitsschutzregeln Arbeitgeber, geeignete Ausstattung bereitzustellen, und die meisten Provinzen verbieten, diese Kosten abzuwälzen. Den Raum selbst bezahlen weiterhin die Beschäftigten.

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